Freiwilligenarbeit, Reisen oder ein Aufenthalt bei uns im Hostel sind weitere Möglichkeiten, wie Sie uns und unseren Kindern helfen können. Dies sind die Optionen, die Sie wählen können:

Freiwilligenarbeit in Arusha (Tansania)
Wir bieten ein Freiwilligenpraktikum in unserem Waisenhaus sowie Freiwilligenprojekte in Krankenhäusern und Schulen an.
Was Freiwillige sagen...
Meine Arbeit im Waisenhaus - Zwischen Tränen und leuchtenden Augen
Jennifer Reich - Frühjahr 2025
Schon als Kind träumte ich davon, nach Afrika zu reisen und mit Kindern zu arbeiten. Ich wollte wissen, wie das Leben "auf der anderen Seite der Welt" ist. Als ich der Verwirklichung meines Traums näher kam, recherchierte ich verschiedene Projekte, aber negative Rückmeldungen liessen mich zweifeln. Dann machte mich eine Mitarbeiterin des Spitals Münsterlingen auf das Enjivai-Waisenhaus in Tansania aufmerksam. Ein Gespräch mit Rita Strasser, der Präsidentin des Vereins, überzeugte mich schnell - ihre Ehrlichkeit und Transparenz gaben mir ein gutes Gefühl.
Nach meiner Ankunft in Afrika konnte ich die Kinder, die Mitarbeiter und ihren Tagesablauf kennen lernen. Die Kinder kamen zwischen 7:00 und 8:30 Uhr im Waisenhaus an. Der Morgen begann mit dem Frühstück und dem Zähneputzen, gefolgt von Unterricht in Englisch, Mathe, Geografie, Singen und Zeichnen. Einmal in der Woche gab es außerdem Religionsunterricht, Kinderyoga und eine kleine Wanderung. Hygiene war sehr wichtig: Die Kinder mussten sich vor und nach den Mahlzeiten die Hände waschen, und danach wurden immer die Zähne geputzt.
Die Kinder nahmen mich sofort in ihre Gemeinschaft auf. Nach meinem ersten Tag im Waisenhaus liefen sie auf mich zu und umarmten mich - diese Nähe war für mich zunächst ungewohnt, aber bald freute ich mich jeden Tag darauf. Ab und zu luden mich Einheimische zum Essen ein. Es fiel mir schwer, das Essen anzunehmen, da einige nicht genug für ihre Familien hatten - doch sie wollten mir sogar eine Cola spendieren.
An meinen freien Nachmittagen erkundete ich die Gegend, besuchte den Markt, nahm öffentliche Verkehrsmittel oder probierte neue Dinge aus, wie zum Beispiel einen Friseurbesuch. Besonders beeindruckt hat mich die Besichtigung eines öffentlichen Krankenhauses, die mir gezeigt hat, dass viele unserer Sorgen eigentlich nur Kleinigkeiten sind.
Mit der Zeit fühlte ich mich mehr und mehr als Teil der Gemeinschaft und war überall willkommen. Mir wurde klar, dass Dinge wie Aussehen, Sprache oder Kleidung im Leben keine Rolle spielen.
An meinem letzten Tag im Waisenhaus sangen die Kinder für mich - ich musste meine Tränen zurückhalten. Ich wünschte jedem einzelnen von ihnen die bestmögliche Zukunft, aber als ich versuchte, es zu sagen, "brach mir das Herz".
Mein Aufenthalt in Tansania hat mir gezeigt, dass das Wichtigste im Leben gute Beziehungen, Gesundheit, Bildung und Chancen sind. Ich bin dankbar für diese eindrückliche, schöne, aber auch traurige Erfahrung - und schätze es jetzt noch mehr, in der Schweiz aufgewachsen zu sein.


